Praktikum beim Fraunhofer-Institut

fraunhofer_iff-vdtc_tn (Quelle: http://www.vdtc.de)Ihm Rahmen meines Studiums war ein dreimonatiges Berufspraktikum vorgesehen, das im Frühjahr 2011 näher rückte. Da sich meine vorangegangene Tätigkeit als studentische Hilfskraft mit der Entwicklung neuartiger Interaktionstechniken auf Multitouch-Tabletops beschäftigte, war es naheliegend ein ähnliches Thema im Rahmen des Praktikums zu bearbeiten. Daher absolvierte ich mein Praktikum von April bis Juni 2011 beim "Virtual Development and Training Centre" (VDTC) des Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg.

Über das VDTC

Virtuelle Realität für Stadtplanung, -entwicklung und Standortmarketing (Quelle: http://www.vdtc.de)Das VDTC stellt eine Institutserweiterung im IFF dar, die sich auf angewandte Forschung im Bereich Virtual und Augmented Reality spezialisiert. Neben mehreren Laboren existiert mit dem „Elbe Dom“ ein Mixed-Reality-Labor mit einer 360° Projektionsfläche mit einem Durchmesser von 16m. Um den „Elbe Dom“ zu bedienen steht neben Maus, Tastatur sowie
einem Tracking System auch ein Multitouch Tabletop zur Verfügung. Um zu erklären, worum es sich bei diesem System handelt, greife ich auf den Flyer vom VDTC zurück:

Der Elbe Dom ist ein Mixed-Reality-Labor zur großflächigen Darstellung interaktiver Visualisierungen. Durch die gewaltige Dimension im Vergleich zu klassischen Projektionssystemen eignet sich der Elbe Dom insbesondere für die Darstellung großer Objekte wie z.B. Maschinen, Anlagen, Fabriken oder ganzen Städten im Maßstab 1:1. Die Form des Elbe Doms ähnelt der eines Zylinders mit einem Durchmesser von 16 Metern und einer Höhe von 6,5 Metern. Damit besitzt er eine 360°-Projektionsfläche von über 300m². Sechs hochmoderne Laserprojektoren sorgen für Bilder in höchster Qualität. Die Schärfentiefe und Farbdarstellung der Abbildungen übertrifft herkömmliche Projektoren bei Weitem. Durch die Rundum-Leinwand hat der Betrachter den Eindruck, sich in mitten der virtuellen Welt zu befinden. Für die Interaktion stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, z.B. ein Infrarot-Trackingsystem und verschiedene Direct-Input-Geräte. Damit ist es einem oder mehreren Nutzern möglich, gleichzeitig mit der projizierten virtuellen Welt zu arbeiten.

Praktikumsziel & -durchführung

Praktikumsbericht TitelblattDas Ziel meines Praktikums bestand darin, den Multitouch Tabletop in den "Elbe Dom" zu integrieren, sodass die geladenen Szenarien mit Hilfe des Tisches manipuliert werden können und sich in diesen bewegt werden kann.

Nach einer Analyse des vorhandenen Prototypen folgte die Implementierung einer Schicht zur Erkennung von grundlegenden Gesten, die auf dem Tisch ausgeführt werden. Diese werden wiederum an ein Plugin weitergereicht, das die Gesten in entsprechende Interaktionen mit dem geladenen VR-Szenario übersetzt. Zu den implementierten Interaktionen zählen:

  • Navigation
    • auf dem Tisch
    • in der Szene
  • Selektion
  • Objekt Manipulation
    • Translation, Rotation, ...
    • Kopieren, Löschen
    • Manipulation mit Constraints (diskrete Rotation um bestimmte Winkel, Verschiebung entlang einer fixen Achse, Schwerkraft absenken, ...)
  • GUI Elemente & Interaktionen (Menü, Anfasser, ...)

Als Ergebnis des Praktikums entstand ein Plugin, was grundlegende, allgemeine Interaktionen unabhängig der geladenen Szenarien ermöglicht. Dieses wird nun im Rahmen der folgenden Arbeiten erweitert.

Bewertung

Ohne auf die inhaltlichen Details des Praktikums eingehen zu können, kann ich trotzdem festhalten, dass mir das Praktikum viele neue Erfahrungen gebracht hat - sowohl inhaltlich, organisatorisch und persönlich. Selbständig an einem komplexen Projekt mitarbeiten und Entscheidungen im Rahmen der Projektgrenzen frei treffen zu dürfen, nimmt daran einen großen Anteil. Dass sich zudem noch die Möglichkeit eröffnete, Forschungsergebnisse zu transferieren und diese direkt in der Realität zu nutzen, ist ebenfalls eine bereichernde Erfahrung.

Ich sehe dieses Praktikum als gute Zusammenfassung und Erweiterung der von mir zuvor in einzelnen Aspekten kennen gelernten Tätigkeiten zu einer umfassenden Aufgabenstellung, die von mir bearbeitet wurde.
Mein Praktikum beim namhaften Fraunhofer-Institut an einem komplexen Projekt mit zugleich viel Freiraum durchgeführt zu haben, fachlich und persönlich – auch in Anbetracht meines zu dieser Zeit schlechten Gesundheitszustandes – hinzugelernt und neue Erfahrungen gemacht zu haben, ist für mich als Fazit mehr als nur eine wertvolle Bereicherung meines Studiums.