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Korruption: 9 Tage Haltverbot wegen Umzug

Bei Umzügen sieht man ja recht häufig zeitlich begrenzte Haltverbotszonen, damit der Möbellaster halten kann.
Was nun folgt, ist die kuriose - aber wahre - Geschichte von einem Haltverbot über 9 Tage für einen Umzug ohne Laster in meiner wunderschönen Heimatstadt Schönebeck (Elbe).
Kleine Warnung: Der folgende Text ist typisch deutsch - knallhart nachgefragt und noch viel besser protokolliert.

Tatort am 20.05.2008 um 16:32

mitte letzter Woche:
Über eine Länge von 2-3 Parkplätzen stehen plötzlich zwei Schilder am Bordstein: Haltverbotsbeginn und -ende. Unter beiden Schildern hängt ein Zettel: "17.05.-25.05.". Was wird geschehen? Straßenausbesserungen? Verlängerung der bereits zu langen Haltverbotszone an der Kurve? Der kleinste Marathon der Welt?

17.05. morgens:
Noch immer hängt keine Begründung an den Schildern, aber ein kleines Auto mit noch kleinerem Hänger steht nun in der Haltverbotszone - im Eingang zieht offensichtlich jemand ein. Das Auto ist nicht einmal halb so lang wie die Haltverbotszone. Auf den Hänger passt maximal der Kosmetikkoffer einer durchschnittlichen Frau.

17.05. spät abends:
Die Schilder sind verschwunden. Wie war es möglich einen Umzug mit so wenig Ressourcen so schnell durchzuziehen?
Egal - endlich sind von den schon so wenig vorhandenen Parkplätzen wieder 2 mehr frei.

18.05.:
Mittags sind die Schilder plötzlich wieder da, abends wieder verschwunden. Was soll das?

19.05.:

Beweisstück 2: amateurhafte BegründungDas 1. Schild ist früh wieder da, darunter klebt ein neuer Zettel: "Umzug 17.05.-25.05." (siehe Beweisfoto 2).
Das Aufhebungsschild ist wohl abhanden gekommen (wem passiert das nicht ständig ...) - ein leerer Farbeimer gefüllt mit Kieselsteinen und einem Stock, an dem eine Notiz wie am 1. Schild hängt, dient nun als Ersatz (siehe Beweisfoto 3).
Das Auto mit Anhänger steht fast den ganzen Tag über vor der Tür ohne wegzufahren - oder umzuziehen.
Nur zur Vollständigkeit: Am Abend sind die Schilder natürlich wieder verschwunden.

20.05.:
Ein kleines graues Auto ist über Nacht in die Umzugs-haltverbot-falle getappt und steht plötzlich in einem Haltevorbot, das noch nicht da war, als es dort abgestellt wurde.
Am Nachmittag steht die Lücke mit 1-2 Ausnahmen (siehe Beweisfoto 1 - Aufnahme des Tatorts) ständig leer. Dieses Mal ist das Auto verschwunden und nicht das Schild.

Beweisstück 3: McGyver AufhebungsschildSo, und nun auf zur kognitiven Höchstleistung - der Bewertung der Vorfälle:
Hier im Eingang ziehen Leute ein, die

  1. gute Beziehungen zum Ordungsamt / Straßenverkehrsamt haben, denn:
    • wo wird eine Haltverbotszone für einen Umzug für die Dauer von 9 Tagen gewährt?
    • wo wird eine Haltverbotszone für einen Umzug für 9 Tage gewährt, dieso lang ist wie 2-3 Autos?
    • wo wird eine Haltverbotszone für einen umzug für 9 Tage gewährt, die so lang ist wie 2-3 Autos, ohne dass ein Umzugslaster benutzt wird?
  2. panisch ängstlich sind und deshalb die Schilder nachts verstecken, damit sie nicht geklaut werden
  3. dazu noch vergesslich sind und sich am nächsten Tag nicht erinnern, wo die Schilder stehen
  4. ziemlich kreativ sind und wie McGyver einen Farbeimer, Kieselsteine und einen Stock zum Haltverbot-Aufhebungsschild umwandeln
  5. sich bei allen Autofahrern jeweils 2 Eingänge nach links und rechts mit einer sehr interessanten Begrüßung vorstellen

Das war Teil 1 der Serie "Knallhart nachgefragt und recherchiert" - sobald es Updates bezüglich der Vorfälle gibt, wird die Berichterstattung diese weiter verfolgen.


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