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Rabatt - Wenn "20% auf alles" Standard wird

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Veröffentlicht in Kritisch Gedacht
Geschrieben von: Sebastian Kleinau
Sontag, 20. Juli 2008 16:58

Vor einigen Jahren muss es sich begeben haben, dass ein paar schlaue Marketing-Forscher entschieden haben, die Preise nicht mehr zu senken.
Sie meinten es wäre besser den alten Preis stehen zu lassen, den neuen Preis darunter zu schreiben und daneben ein riesiges Schild mit der Aufschrift "reduziert" anzubringen.
Nur wenig später fragte sich ein noch schlauerer Marketing-Wirtschafts-Heini, warum man Preise überhaupt senken sollte. Er montierte das neue Preisschild ab und ein noch teureres über das alte. Das Schild "reduziert" wurde ein wenig vergrößert.
Dann wurde der Kunde mit dem ergatterten Schnäppchen seinem Glücksgefühl überlassen.
Nach ein bis zwei Jahren musste man befürchten, die Kunden würden Verdacht schöpfen und es musste ein neues System her.
Zunächst entschied man sich für die Variante "nur noch reduziert bis xx.xx.xxxx" und alles war in Butter.
Als die Fristen ständig verlängert wurden, war das Problem wieder da.
Inzwischen haben sich zwei Lösungsvarianten durchgesetzt.
Die erste Lösung ist ein Schild mit der Aufschrift "dauerhaft reduziert", was für den Kunden aber irgendwie kein Reiz ist - wo ist denn das hart ergatterte Schnäppchen hin?
Die zweite Lösung ist die weiter verbreitete und ignoriert das Problem. Die "reduziert"-Schilder vergilben bereits, aber alles ist gut.

Soweit klingt die Geschichte sehr schön, doch irgendwie rechnet man im kundenfeindlichenfreundlichen Deutschland nicht mit einem Kunden, der die Fähigkeit besitzt, selber zu denken.
So soll sich - und das ist kein Witz - neulich doch allen Ernstes folgende ungeheuerliche Geschichte zugetragen haben:
Ein Kunde, nennen wir ihn X, geht in ein Geschäft A. Dort lässt er sich ein Produkt von einer Mitarbeiterin zusammenstellen und erfährt am Ende einen Preis. Voller Stolz berichtet die Mitarbeiterin, dass von jenem Preis jetzt selbstverständlich noch Rabatte abgezogen werden.
Dabei handelt es sich um 20% weil Aktionswoche ist, anschließend 30% weil der Hersteller bald Sommerpause macht und zum Schluss noch 40% weil heute schönes Wetter ist. Am Ende steht der Preis P fest.
Danach geht Kunde X in den Laden B und lässt sich das gleiche Produkt zusammenstellen. Nach Abzug von 40%, 50% und 60% weil an jenem Tag leider kein so schönes Wetter ist, steht ein Preis fest, der ein Viertel mehr als P beträgt.
Nun ist X aber von der Beratung hier sehr angetan und evtl. sind 5% mehr auch aufgrund einer anderen Zusammenstellung gerechtfertigt, aber 25% mehr bezahlen ist ein ganzer Brocken. Also informiert X die Mitarbeiterin über das erste Angebot und fragt, was sich da noch machen lässt.
Ein wenig verdattert, wie X so dreist sein kann, in einen anderen Laden zu gehen, beginnt die Mitarbeiterin das andere Angebot schlecht zu reden. Anschließend zählt sie noch einmal auf, welche einmalig guten Rabatte bereits in den Preis eingerechnet sind, gibt sich letzten Endes geschlagen und fragt ihre Chefin. Am Ende der Begebenheit bezahlt X ein wenig mehr als beim ersten Anbieter, bekommt ein wenig bessere Ausstattung und ist glücklich.

Die Geiz-Ist-Geil Mentalität liegt bereits auf dem Sterbebett, denn Qualität hat nun mal einen Preis.
Es ist an der Zeit der "20% auf alles" Mentalität ebenfalls den Todesstoß zu versetzen, denn Kunden sind (meist) keine Vollidioten.
Ein wenig mehr südländischer Bazar Flair würde vielleicht nicht schaden: am Ende steht ein Preis den man durch Verhandeln drücken kann.
Wer nicht handelt, bezahlt zu viel und wer es tzt, kann sich richtig freuen, weil der eigene Rabatt selber ausgehandelt wurde und nicht schon im Vorfeld mysteriöse 90% Rabatt abgezogen wurden.
Da würden die Worte "Angebot" und "Nachfrage" eine ganz andere Bedeutung bekommen ...

   

Neue Referenz: Happy-Lappi.de

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Geschrieben von: Sebastian Kleinau
Sontag, 20. Juli 2008 16:45

Neue Happy-Lappi WebsiteNach einiger Zeit der Stille habe ich vor wenigen Tagen die Arbeiten am neuen Internetauftritt von Happy-Lappi beendet.
Happy-Lappi verkauft gebrauchte sowie ältere Notebooks, repariert Notebooks und liefert auch Ersatzteile. Für alle, die nicht immer die High-End Modelle benötigen ist Happy-Lappi eine ideale Anlaufstelle.

Leider war die bisherige Website das Ergebnis eines Homepage-Baukastens und schwer zu pflegen. Entsprechend der Absprache mit dem Betreiber erstellte ich einen komplett neuen Internetauftritt mit dem Content-Management-System Joomla. Somit kann der Betreiber die Seite nun eigenständig und ohne großen Aufwand pflegen. Das neue Design hat einen hellen statt dunklen Hintergrund und wirkt somit freundlicher auf Kunden. Die einzelnen Seiten werden durch Abbildungen aufgelockert und über allem ragt der Happy-Lappi Banner mit integriertem Logo.

Bleibt mir nur noch über Happy-Lappi eine erfolgreiche Zukunft mit den von mir gestalteten Seiten zu wünschen.
Link: http://www.happy-lappi.de

   

Korruption: 9 Tage Haltverbot wegen Umzug

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Veröffentlicht in Sonstiges
Geschrieben von: Sebastian Kleinau
Dienstag, 20. Mai 2008 17:10

Bei Umzügen sieht man ja recht häufig zeitlich begrenzte Haltverbotszonen, damit der Möbellaster halten kann.
Was nun folgt, ist die kuriose - aber wahre - Geschichte von einem Haltverbot über 9 Tage für einen Umzug ohne Laster in meiner wunderschönen Heimatstadt Schönebeck (Elbe).
Kleine Warnung: Der folgende Text ist typisch deutsch - knallhart nachgefragt und noch viel besser protokolliert.

Tatort am 20.05.2008 um 16:32

mitte letzter Woche:
Über eine Länge von 2-3 Parkplätzen stehen plötzlich zwei Schilder am Bordstein: Haltverbotsbeginn und -ende. Unter beiden Schildern hängt ein Zettel: "17.05.-25.05.". Was wird geschehen? Straßenausbesserungen? Verlängerung der bereits zu langen Haltverbotszone an der Kurve? Der kleinste Marathon der Welt?

17.05. morgens:
Noch immer hängt keine Begründung an den Schildern, aber ein kleines Auto mit noch kleinerem Hänger steht nun in der Haltverbotszone - im Eingang zieht offensichtlich jemand ein. Das Auto ist nicht einmal halb so lang wie die Haltverbotszone. Auf den Hänger passt maximal der Kosmetikkoffer einer durchschnittlichen Frau.

17.05. spät abends:
Die Schilder sind verschwunden. Wie war es möglich einen Umzug mit so wenig Ressourcen so schnell durchzuziehen?
Egal - endlich sind von den schon so wenig vorhandenen Parkplätzen wieder 2 mehr frei.

18.05.:
Mittags sind die Schilder plötzlich wieder da, abends wieder verschwunden. Was soll das?

19.05.:

Beweisstück 2: amateurhafte BegründungDas 1. Schild ist früh wieder da, darunter klebt ein neuer Zettel: "Umzug 17.05.-25.05." (siehe Beweisfoto 2).
Das Aufhebungsschild ist wohl abhanden gekommen (wem passiert das nicht ständig ...) - ein leerer Farbeimer gefüllt mit Kieselsteinen und einem Stock, an dem eine Notiz wie am 1. Schild hängt, dient nun als Ersatz (siehe Beweisfoto 3).
Das Auto mit Anhänger steht fast den ganzen Tag über vor der Tür ohne wegzufahren - oder umzuziehen.
Nur zur Vollständigkeit: Am Abend sind die Schilder natürlich wieder verschwunden.

20.05.:
Ein kleines graues Auto ist über Nacht in die Umzugs-haltverbot-falle getappt und steht plötzlich in einem Haltevorbot, das noch nicht da war, als es dort abgestellt wurde.
Am Nachmittag steht die Lücke mit 1-2 Ausnahmen (siehe Beweisfoto 1 - Aufnahme des Tatorts) ständig leer. Dieses Mal ist das Auto verschwunden und nicht das Schild.

Beweisstück 3: McGyver AufhebungsschildSo, und nun auf zur kognitiven Höchstleistung - der Bewertung der Vorfälle:
Hier im Eingang ziehen Leute ein, die

  1. gute Beziehungen zum Ordungsamt / Straßenverkehrsamt haben, denn:
    • wo wird eine Haltverbotszone für einen Umzug für die Dauer von 9 Tagen gewährt?
    • wo wird eine Haltverbotszone für einen Umzug für 9 Tage gewährt, dieso lang ist wie 2-3 Autos?
    • wo wird eine Haltverbotszone für einen umzug für 9 Tage gewährt, die so lang ist wie 2-3 Autos, ohne dass ein Umzugslaster benutzt wird?
  2. panisch ängstlich sind und deshalb die Schilder nachts verstecken, damit sie nicht geklaut werden
  3. dazu noch vergesslich sind und sich am nächsten Tag nicht erinnern, wo die Schilder stehen
  4. ziemlich kreativ sind und wie McGyver einen Farbeimer, Kieselsteine und einen Stock zum Haltverbot-Aufhebungsschild umwandeln
  5. sich bei allen Autofahrern jeweils 2 Eingänge nach links und rechts mit einer sehr interessanten Begrüßung vorstellen

Das war Teil 1 der Serie "Knallhart nachgefragt und recherchiert" - sobald es Updates bezüglich der Vorfälle gibt, wird die Berichterstattung diese weiter verfolgen.

   

Call-In: Bei Anruf Gesellschaftskritik (50 Ct/min)

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Veröffentlicht in Kritisch Gedacht
Geschrieben von: Sebastian Kleinau
Sontag, 27. April 2008 11:53

Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen.
Welchen Preis bezahlt eine Gesellschaft, die sich Nacht für Nacht und Tag für Tag die Verdummung durch Call-In Quiz-Shows und Kartenlesern im Fernsehen und Radio gefallen lässt?
Ist der Zerfall der Werte Ursache oder Folge von solchen Abzockersendungen?
Die Antwort auf die Frage ist völlig nebensächlich, denn als mündige Bürger sollten wir in dem bereits seit Monaten und Jahren stattfindenen Kreuzzug gegen diese Sendungen sowohl die Wurzel des Übels als auch die Folgen bekämpfen.

Aber worum geht es hier überhaupt?
Es geht um ...

   

Zwei unendliche Fenster

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Veröffentlicht in Privates
Geschrieben von: Sebastian Kleinau
Mittwoch, 23. April 2008 09:49

Ich habe zwei Bilder vor Augen, die mir sehr vertraut sind.

Schaue ich aus dem einen Fenster, sehe ich in die Zukunft; sehe ich wie an einem Baum ein kleines grünes Blatt dem Ende eines Zweiges entspringt.
Es ist umgeben von hunderten anderen Blättern, die es ihm gleich tun. Sie alle schwingen im sanften Wind.
Am strahlend blauen Himmel scheint die Sonne.
Nach langem Warten gibt die graue Jahreszeit nun bald wieder auf. Der Frühling ist da, das Leben sprießt, Vögel singen wieder und die Sonne vermittelt uns das angenehme Gefühl von Wärme auf der Haut.
Es ist in jedem Jahr das gleiche Geschehen und doch werde ich nicht müde mich darüber zu erfreuen. Es ist eines dieser wunderbaren Schauspiele, die einfach geschehen und es wert sind sich darüber zu freuen.

Schaue ich aus dem anderen Fenster, sehe ich die Vergangenheit; sehe ich wie ein Schüler morgens aufgeregt zur Schule geht, mittags mal strahlend, mal enttäuscht wieder heraus kommt, umgeben von zahlreichen anderen Schülern, die es ihm gleich tun. Sie alle stehen vor der Prüfung ihres Lebens.
Nach langem Warten geht die Schulzeit mit dem Höhepunkt der Abiturprüfungen langsam zu Ende.
Es ist in jedem Jahr das gleiche Geschehen und vor zwei Jahren war ich mitten im Geschehen.

Hätte ich vor zwei Jahren über den Frühling 2008 nachgedacht, ich hätte ihn mir nicht ausmalen können.
So viele Dinge haben sich verändert. Es ist als wären die Mauern um die Schultwelt eingestürzt und hätten den Blick auf eine viel größere Welt freigegeben. Als Student im Sonnenschein von einer Veranstaltung über den Campus zur nächsten zu wandern, ist toll.
Es ist schön - Student zu sein und Frühling zu haben.

   

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