Mukoviszidose & Transplantation
Rollenverhalten im Krankenhaus
Meine gesundheitliche Situation hat mich mal wieder nach Berlin ins Krankenhaus gebracht.
War ich eben noch studentische Hilfskraft an der Uni und kurz vor den Prüfungen, bin ich jetzt nur noch "Patient".
Nur 2 Wochen vor Prüfungsbeginn die Hälfte der Veranstaltungen abbrechen und die andere Hälfte aufschieben zu müssen, ist schon ein herber Rückschlag. Aber die Hoffnung, gemeinsam mit den Ärzten eine Behandlung zu finden, die es mir anschließend ermöglicht mein Studium weiter zu führen, ist Grund genug den Rückschlag einzustecken und daran zu wachsen.
Während vor meinem Fenster Flugzeuge vom Flughafen Berlin Tegel auf dem Weg in die große Welt in den Himmel emporsteigen, ist die Welt auf der anderen Seite der Glasscheibe recht klein. Alle Patienten scheinen sich diese kleine Welt für die Dauer ihres Aufenthaltes durch die verschiedensten Dinge auszuschmücken. Während ich erfolgreich mit meinem UMTS USB-Stick das Internet als Waffe gegen die Isolation benutze, sind es für andere die Gespräche und Stacheleien mit den netten Schwestern und Pflegern. Um so merkwürdiger ist es, wenn man dann feststellt, dass sie es sind, die zwischen den beiden Welten pendeln - ja dass sie gar ein Privatleben haben und ihr täglicher in der Tat noch so netter Auftritt als Pflegekraft und "Patienten-Sitter" nur eine Seite davon ist. Gleiches gilt für die Ärzte, die wenig bis gar keine Kenntnis über diesen Alltag haben, doch ähnlichen Spielregeln folgen, wenn es darum geht einem Patienten Erfolg und Misserfolg einer Therapie zu erklären. Wie schwer kann es sein in diesem Spiel zugeben zu müssen, etwas nicht zu wissen - gar an die wissenschaftlichen Grenzen zu stoßen - und dann Abends überarbeitet nach Hause zu gehen, in das Privatleben.
Doch was ist denn mit uns, den Patienten?
Bin ich hier, wer ich zu Hause bin? Wohl kaum. Auch ich bin nur eine Figur in diesem Spiel, zeige nur eine meiner Seiten in der Rolle Patient.
Und so frage ich mich, ob nicht nur ich mich frage, wie die Menschen hinter den Mitarbeitern aussehen, sondern ob eben diese sich auch fragen, wie die Menschen hinter den Patienten aussehen.








