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Nervenkrieg an der Tankstelle

Tankstellen an Einkaufszentren sind meist voll.
So kommt es, dass ich nun seit einigen Minuten warte und sich die Schlange autoweise voranschiebt. Dann fährt der Wagen vor mir fort und ich fahre an die Zapfsäule.
Als ich aussteige fängt die Fahrerin hinter mir an zu hupen. Ich ignoriere sie großzügig und gehe zur Säule. Das Hupen hört auf, aber nun schwenkt ein Kopf aus dem Fenster und brüllt mich an, ich solle doch die Säule links vorne nehmen. Wenn ich das hätte tun wollen, hätte ich mich wohl in einer anderen Schlange angestellt und würde jetzt nicht versuchen mich an einer Säule vorzudrängeln, an der ich den Schlauch einmal halb ums Auto zerren müsste.
Ich antworte, dass sie gerne zwischen den Autos durchfahren kann - genug Platz ist - und die selber nutzen kann.
Das lautstarke Gemecker hört nicht auf und ich antworte völlig entspannt: “In der Ruhe liegt die Kraft. Und wenn wir das jetzt erst ausdiskutieren wollen, dauert alles nur noch länger”.
So etwas unverschämtes war wohl zu viel und so leiert sie ihr Fenster wieder hoch und schimpft im Auto weiter.
Als ich zur Kasse gehen will, entscheidet sie sich spontan zwischen den beiden Autos durchzurasen, noch einmal hupend.

Es gibt tausend weitere solcher Beispiele. Warum sind Menschen an der Tankstelle so gereizt? Aggressivität führt weder zu günstigeren Preisen noch ist sie in irgendeiner Art konstruktiv. Im Gegenteil: sie ist schädlich für das ganze Umfeld.
Im ZDF Mittagsmagazin kam heute ein Beitrag über “Glück” und die “kleinen Inseln im Leben”.
Wir sollten uns viel öfter im Leben ein Foto machen, uns dann diese Momentaufnahme vor Augen führen und darüber nachdenken, ob es das ist, was wir sein wollen.


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