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Wenn die Welt still steht

Auf dem Weg von der Uni nach Hause passierte mir neulich etwas völlig paradoxes:
Die Welt stand still, es war als hätte jemand die Zeit angehalten.

Ich fahre mit dem Auto in Magdeburg auf eine große Kreuzung an einem Einkaufszentrum in der Innenstadt zu, als die Ampel auf Rot schaltet.
Naben mir hält eine Straßenbahn an der Haltestelle in der Mitte der Straße, die letzten Autos fahren vor mir bei dunkelgelb über die Kreuzung und die Fußgänger zu beiden Seiten vor mir warten, dass die Ampel grün wird, während sich in der anderen Richtung bereits wieder welche an der Ampel sammeln.
Die Straßenbahn öffnet die Türen, Menschen steigen aus, dann steigen welche ein.
Die Türen schließen sich.
Langsam müssten die Fußgänger und anderen Autos grün bekommen, aber nichts passiert.
Alle Ampeln sind rot, Fußgänger stehen und warten, Autofahrer schauen und warten, die Straßenbahn steht und wartet und nichts passiert.
Nach einer sehr lang erscheinenden ereignislosen Zeit, beginne ich mich schon zu wundern, dass es niemanden stört.
Ich sehe neben und hinter mir keine fluchenden Autofahrer, niemand spielt mit dem Gas und die Fußgänger scheint es auch nicht zu stören.
Als eine Windböe über die Kreuzung zieht und ein paar Blätter sich am Scheibenwischer verfangen,
verrät mir ein Blick auf die Uhr, dass inzwischen vier Minuten vergangen sind.
Dann schaltet die Ampel auf grün.
Die Zeit läuft wieder.


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