Information im Wandel - Silver Surfer
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- Kategorie: Kritisch Gedacht
- Erstellt am Freitag, 31. Oktober 2008 16:11
Ich weiß gar nicht, in welchen Bundesländern der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag ist. [...] Ich wüsste jetzt auch nicht, wo man das mal herausbekommen könnte.
Als ich diesen Satz heute von einer älteren Frau hörte, wurde mir bewusst, wie sehr der Umgang mit Information von Generation abhängig ist. Überall kann ich das Wort "Informationszeitalter" lesen, doch nie ist mir so vor Augen geführt wurden, was es auch bedeuten kann.
Für mich ist es selbstverständlich, dass ich an Informationen kommen kann. Ich kann es so gut wie überall und jederzeit, ich kann selber aktiv danach suchen und muss nicht warten, dass mich eine gesuchte Information erreicht und all das ist für mich selbstverständlich. Das Medium, das mir dies ermöglicht ist das Internet und die Zeit, in der ich dafür eine Bedienungsanleitung brauchte ist längst vorüber.
Für Millionen ältere Menschen ist es überhaupt nicht selbstverständlich, dass sie jederzeit und überall an Informationen kommen oder sie die gewünschte Information erreicht. Schaut man sich die Medien ihrer Zeit an, dann merke ich, dass weder Fernsehen, Radio noch Zeitung interaktiv sind. Sie mögen auch fast überall und fast jederzeit verfügbar sein, aber ich muss mich mit dem zufrieden geben, was mir angeboten wird.
Nun würden sich viele dieser Menschen natürlich zu helfen wissen, denn sie haben etwas, was ich im Gegensatz zu ihnen viel weniger zu jenem Zweck nutze: Sie haben das klassische "soziale Netzwerk". Ich meine damit keine E-Mails, sondern die klassische Mundpropaganda, die Frage am Telefon "Weisst du, ob ...". Es ist dieser Klassiker und mit ihm sind es die menschlichen Beziehungen, die darunter leiden, dass die Informationen für mich da draußen in Massen existieren. Es ist eine regelrechte Informationsflut, die da durch meine Anbindung ans Internet auf mich einstürzt.
Wir leben in einer Informationsbenutzungsgesellschaft. Das Problem ist längst nicht mehr, wie ich an die Information komme, sondern vielmehr die Bewertung der Information. Wie hoch ist die Qualität? Das Web überschwemmt mich bei jeder Suchanfrage mit Ergebnissen, bei denen ich nicht erkenne, ob sie Fakt, Vermutung oder Meinung sind.
Der Umgang mit Information bedeutet für Millionen älterer Menschen die Suche danach. Für viel mehr Millionen jüngerer Menschen liegt die Bedeutung mehr auf der Bewertung und Benutzung.
Wir sollten uns nicht über die "Silver Surfer" lustig machen, sondern ihnen helfen den Unterschied im Umgang mit Information zu verinnerlichen. Es ist für uns alle von Vorteil, wenn sich diejenigen, denen wir unseren Lebensstil zu verdanken haben, eben so souverän durch das Internet bewegen, wie wir es tun.


