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Anne Will, Kirche und Logik

Üben wir uns ein wenig in Logik und Argumentation.
Nehmen wir folgende Aussagen als gegeben hin:

  1. 1. Mose 1,27: “Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde”
  2. Der Papst gilt in der römisch-katholischen Kirche als oberster Herr der Gesamtkirche und Stellvertreter Gottes auf Erden.
  3. Es existiert ein Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes.
  4. Homosexualität ist existent.
  5. Die Katholische Kirche lehnt Homosexualität ab.

Verbinden wir als erstes Aussage 1) und 4).
Somit hat Gott die Homosexualität bewusst geschaffen oder ihm ist ein “Fehler” unterlaufen.
Bezeichnen wir die beiden Möglichkeiten in dieser Reihenfolge nun mit A und B.
Kombinieren wir Möglichkeit A mit Aussage 5: Obwohl im Bewusstsein Gottes geschaffen, lehnt die katholische Kirche Homosexualität ab. Diese Aussage wiederum verknüpft mit Aussage 2 führt zu der Erkenntnis, dass zwischen Gott und seinem Stellvertreter auf Erden ein Missverständnis existiert, das heißt der Titel “Stellvertreter Gottes auf Erden” milde formuliert für den Papst etwas hoch gegriffen ist.
Da dies aber offensichtlich inakzeptabel ist, muss Möglichkeit A die falsche sein.
Betrachten wir deshalb noch Variante B, die wir mit Aussage 3 verknüpfen.
Ist Gott ein “Fehler” unterlaufen, so scheint Gott fehlbar zu sein, nicht jedoch der Papst.
Das wiederum scheint aufgrund der Hierarchie nun auch wieder inakzeptabel zu sein.

Offensichtlich ist es egal, wie die Aussagen kombiniert werden, sie führen die Kirche ein wenig ad absordum.
q.e.d.

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Nervenkrieg an der Tankstelle

Tankstellen an Einkaufszentren sind meist voll.
So kommt es, dass ich nun seit einigen Minuten warte und sich die Schlange autoweise voranschiebt. Dann fährt der Wagen vor mir fort und ich fahre an die Zapfsäule.
Als ich aussteige fängt die Fahrerin hinter mir an zu hupen. Ich ignoriere sie großzügig und gehe zur Säule. Das Hupen hört auf, aber nun schwenkt ein Kopf aus dem Fenster und brüllt mich an, ich solle doch die Säule links vorne nehmen. Wenn ich das hätte tun wollen, hätte ich mich wohl in einer anderen Schlange angestellt und würde jetzt nicht versuchen mich an einer Säule vorzudrängeln, an der ich den Schlauch einmal halb ums Auto zerren müsste.
Ich antworte, dass sie gerne zwischen den Autos durchfahren kann - genug Platz ist - und die selber nutzen kann.
Das lautstarke Gemecker hört nicht auf und ich antworte völlig entspannt: “In der Ruhe liegt die Kraft. Und wenn wir das jetzt erst ausdiskutieren wollen, dauert alles nur noch länger”.
So etwas unverschämtes war wohl zu viel und so leiert sie ihr Fenster wieder hoch und schimpft im Auto weiter.
Als ich zur Kasse gehen will, entscheidet sie sich spontan zwischen den beiden Autos durchzurasen, noch einmal hupend.

Es gibt tausend weitere solcher Beispiele. Warum sind Menschen an der Tankstelle so gereizt? Aggressivität führt weder zu günstigeren Preisen noch ist sie in irgendeiner Art konstruktiv. Im Gegenteil: sie ist schädlich für das ganze Umfeld.
Im ZDF Mittagsmagazin kam heute ein Beitrag über “Glück” und die “kleinen Inseln im Leben”.
Wir sollten uns viel öfter im Leben ein Foto machen, uns dann diese Momentaufnahme vor Augen führen und darüber nachdenken, ob es das ist, was wir sein wollen.

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Wenn die Welt still steht

Auf dem Weg von der Uni nach Hause passierte mir neulich etwas völlig paradoxes:
Die Welt stand still, es war als hätte jemand die Zeit angehalten.

Ich fahre mit dem Auto in Magdeburg auf eine große Kreuzung an einem Einkaufszentrum in der Innenstadt zu, als die Ampel auf Rot schaltet.
Naben mir hält eine Straßenbahn an der Haltestelle in der Mitte der Straße, die letzten Autos fahren vor mir bei dunkelgelb über die Kreuzung und die Fußgänger zu beiden Seiten vor mir warten, dass die Ampel grün wird, während sich in der anderen Richtung bereits wieder welche an der Ampel sammeln.
Die Straßenbahn öffnet die Türen, Menschen steigen aus, dann steigen welche ein.
Die Türen schließen sich.
Langsam müssten die Fußgänger und anderen Autos grün bekommen, aber nichts passiert.
Alle Ampeln sind rot, Fußgänger stehen und warten, Autofahrer schauen und warten, die Straßenbahn steht und wartet und nichts passiert.
Nach einer sehr lang erscheinenden ereignislosen Zeit, beginne ich mich schon zu wundern, dass es niemanden stört.
Ich sehe neben und hinter mir keine fluchenden Autofahrer, niemand spielt mit dem Gas und die Fußgänger scheint es auch nicht zu stören.
Als eine Windböe über die Kreuzung zieht und ein paar Blätter sich am Scheibenwischer verfangen,
verrät mir ein Blick auf die Uhr, dass inzwischen vier Minuten vergangen sind.
Dann schaltet die Ampel auf grün.
Die Zeit läuft wieder.

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Durchbrechen wir die Grenze zur Veränderung

Das letzte Mal, das ich hier etwas geschrieben habe war am 14. Juni - vor über 2 Monaten.
Jetzt stelle ich mir die Frage, was mich dazu bewegt hat hier nichts mehr zu schreiben.
Die Antwort kenne ich nur zu gut.
Es hat sich etwas verändert, nein - es hat sich sehr viel verändert.
Es ist wie so oft im Leben. Manche Dinge drehen sich zum Guten, manche zum Schlechten
und von manchen Dingen wissen wir, dass sie passieren werden.
Wir wissen nur nicht wann es passiert und dann ist von einem Moment auf den anderen alles ganz anders,
dann durchbrechen wir die Grenze zur Veränderung,
brauchen wir Zeit um uns neu zu orientieren,
bevor alles Verschwommene wieder klare Konturen annimmt
und wir weiter vorwärts gehen.
Doch wie bleibt nun das Neue, wenn wir weiter nach vorne gehen wie eh und je?
Wir gehen in eine andere Richtung oder mit anderer Geschwindigkeit.

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