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Sich (das letzte Mal) über das Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium ärgern

Ich liebe es immer wieder.
Organisatorisch hat mein Gymnasium wirklich eine Menge auf der Kiste. Ich dachte immer nur unter uns selbst ist die Organisation so bombig, aber anscheinend packt es eine Schule auch nicht besser.

Nachdem jetzt über einen Monat verkündet wurde, dass am Donnerstag die Generalprobe für die Zeugnisausgabe in der Aula stattfindet, hat man sich spontan 3 Tage davor umentschieden und nun ist sie in der Halle, wo die Zeugnisausgabe ist.
Das ist ja an sich vernünftiger, aber das wusste man noch nicht früher?
Mich soll’s nicht stören, aber dass die Klassensprecher jetzt von der Schule beauftragt werden morgens um 9 uhr jeden aus der Klasse anzurufen, weil die Schule es nicht gebacken bekommt … kein Kommentar.

Nach dem Achtelfinale steht nun auch fest, dass Deutschland um 17 Uhr am Freitag gegen Argentinien spielt. Um 19 Uhr ist unsere Zeugnisausgabe.
Hm … nun sind alle stinkig. Aber keiner hat genug A**** in der Hose um was zu sagen.
Also habe ich mit 3 Leuten angefangen alle anzurufen am Sonntag um zu erfahren, wie viele sich darüber ärgern. Wir haben etwas mehr als die Hälfte der 112 Leute erreicht und davon waren 80% dafür, das zu verschieben. Wenn man das hoch rechnet hätten wir locker 60%, die für eine Verschiebung der Zeugnisausgabe sind.
Aus anderer Quelle wissen wir, dass sich auch mehrere Lehrer damit nicht anfreunden können, weil sie das Spiel sehen wollen, viele Väter sind richtig stinkig.

Heute bin ich dann mit der liste in die Schule und habe mein Anliegen vorgetragen - abgefertigt wurde ich im Foyer im Stehen zwischen Tür und Angel. Nachdem ich langsam angefragt habe, ob es möglich wäre die Ausgabe um eine Stunde nach hinten zu verschieben, kam ein klares “Nein.”. Mit Nachdruck habe ich gesagt, dass weit mehr als die Hälfte der Gäste (sprich Abiturienten + Gäste + Lehrer und nicht nur 112 Abiturienten) dafür wären.
“Nein, da hängt zu viel dran, das können wir nicht machen.”
Also rücke ich weitere Argumente raus. Nein, das müsste ich verstehen, denn es gibt ja auch Eltern, die danach dann noch mit den Abiturienten essen gehen wollen und danach noch was vorhaben.
Ein weiteres mal sage ich, dass doch aber genau die Leute auch dafür stimmen und zwar weit mehr als die Hälfte und doch wohl die Mehrheit wichtiger ist.
Nein, da hängt zu viel mit dran. Das wurde schon langfristig geplant und es wurden schon bedenken wegen dem Spiel geäußert, aber es ist doch so besser und es wäre doch schlimmer, wenn der Abiball dann zum Endspiel wäre.

Es is hoffnungslos einen Gebirge mit der Hand zu verschieben.
Aber wie ist es denn bitte möglich dermaßen unflexibel zu sein? Die Halle ist für den ganzen Abend gemietet, danach ist da eh keiner mehr. Die Mehrheit der Gäste wünscht sich eine Verschiebung.
Es geht hier um 60 Minuten und nicht einen Tag oder einen anderen Ort. Und es könnten zur Generalprobe alle darüber informiert werden und dann wüssten es auch alle.
Und was das angeht: Die Schule kann aber einfach mal so den Ort für die Generalprobe verschieben ohne die Leute selber darüber zu informieren?

An dieser Stelle noch einmal ein richtiges “Hipp Hipp Hurra” für das Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium in Schönebeck.
Ich habe kein Problem mit einem “Nein”, das auf nachvollziehbaren Argumenten beruht, aber dauernd das gleiche Argument zu hören, dass dadurch entkräftet wird, dass die Mehrheit der Leute für die Verschiebung ist, ist nicht akzeptabel. Ein Argument wie “Da tritt ein Redner auf, der nicht anders kann” oder “Die Halle kann nicht anders gemietet werden” wäre ok gewesen. Aber sowas kam nicht.
Auf dem Flur ein doch wichtiges Anliegen zu besprechen ist auch nicht so das Highlight und die Art und Weise wie die Generalprobe umgelegt wurde dazugenommen ergibt einen Mix an Organisatorischem Chaos und Sturheit, der wohl nur den Stempel “Deutsche Bürokratie” verdient.

Liebes Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium, liebe Schulleitung, ich danke noch einmal von Herzen für dieses nette Abschiedsgeschenk.
Es geht doch nichts darüber, sich am Ende noch einmal so richtig zu ärgern - mit den 80% der Abiturienten und den Eltern und den Lehrern, die auch dafür waren.


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